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Regionales aus Willebadessen und Lichtenau

Iggenhausen

Lichtenau-Iggenhausen liegt am nördlichen Rand des Soratfeldes. Durch den Ort fließt das Schmittwasser, in unmittelbarer Nähe befindet sich das Naturschutzgebiet Sauertal. Innerhalb dieses Gebietes und südwestlich des Iggenhausener Siedlungsbereiches mündet das Schmittwasser in die Sauer.

Nachbarorte sind Dahl, Grundsteinheim, Lichtenau, Herbram, Asseln und Paderborn.

Die erste urkundliche Erwähnung Iggenhausens stammt aus dem Jahr 1239.

Iggenhausen hat 203 Einwohner (Stand: 30. September 2009), davon 102 männlich und 101 weiblich.

Größe: 4,88 qkm - Höhe: 210 m über NN

 

Herbram-Wald

Herbram-Wald liegt 3 km östlich von Lichtenau-Herbram auf dem Kamm der Egge in einer Waldrodungsinsel.

Mit nur 0,33 km² ist Herbram-Wald der flächenkleinste, aber mit 464 Einwohnern je km² gleichzeitig auch der dichtest besiedelteStadtteil von Lichtenau.

An Herbram-Wald grenzen im Norden der Altenbekener Ortsteil Schwaney und die Lichtenauer Stadtteile Herbram im Westen undAsseln im Süden. Östlich grenzt Herbram Wald an Bad Driburg-Neuenheerse im Kreis Höxter.

Vor dem 1. Januar 1975 gehört Herbram-Wald zur damaligen Gemeinde Herbram und somit zum Amt Lichtenau (Westfalen) im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage werden die meisten Gemeinden des Amtes Atteln mit den Gemeinden des Amtes Lichtenau und somit auch Herbram-Wald zur neuen Stadt Lichtenau (Westfalen) zusammengelegt und kommen mit dieser zum Kreis Paderborn. Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes Lichtenau und der Gemeinde Herbram ist die Stadt Lichtenau.

 

Ebbinghausen

Lichtenau-Ebbinghausen liegt etwa 4 km westlich von Lichtenau, in einem tief eingeschnittenen Tal der Sauer, umgeben von Laub- und Nadelwald. Die erste urkundliche Erwähnung von Ebbinghausen stammt aus dem Jahre 1212, als das Marienstift Herford in Ebbinghausen Grundbesitz hatte.

Ein Verkehrsverein, zwei Seniorenheime und ein Neubaugebiet gehören zur Ortschaft. Ebenso entstanden ein Kinderspielplatz und ein Gemeinschaftsraum, der in der ehemaligen Schule umgebaut und eingerichtet wurde. Durch viele Veranstaltungen und Festivitäten gewinnt auch diese kleine Gemeinde an Bedeutung.

Einen Namen hat sich Ebbinghausen durch den Fremdenverkehr in den 60er und 70er Jahren mit einer gewissen Vielfalt an gastronomischen Betrieben, wie Pensionen und das Luxushotel "Vital Hotel" gemacht. Ebbinghausen zählte im Jahr 1973 mit 27.148 Übernachtungen (Quelle: Geschäftsbericht 1973 der Verkehrsgemeinschaft "Bürener Land e.V.") zu den führenden Fremdenverkehrsgemeinden.

Ebenfalls berühmt wurde der kleine Ort durch die Gaststätte Amedick. 33 Jahre lang wurden dort die mit einem Pfund garantiert größten Schnitzel weit und breit zubereitet. Gäste aus nah und fern kamen nach "Schnitzelhausen".

Ebbinghausen hat 267 Einwohner (Stand: 30. September 2009), davon 126 männlich und 141 weiblich.

Größe: 4,41 qkm Höhe: 207 m über NN

 

Herbram

Lichtenau-Herbram ist der nördlichste Stadtteil der Stadt Lichtenau.

Vor dem 1. Januar 1975 gehörte die damalige Gemeinde Herbram zum Amt Lichtenau (Westfalen) im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage wurden die meisten Gemeinden des Amtes Atteln mit den Gemeinden des Amtes Lichtenau und somit auch Herbram zur neuen Stadt Lichtenau (Westfalen) zusammengelegt und kamen mit dieser zum Kreis Paderborn.

Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes Lichtenau und der Gemeinde Herbram ist die Stadt Lichtenau.

 

Lichtenau

Lichtenau ist der zentrale Stadtteil von Lichtenau (Westfalen) in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Paderborn. Die Ortschaft ist Sitz der Stadtverwaltung. Lichtenau ist weiterhin ein Teil der Region Bürener Land.

Die urkundliche Überlieferung der Stadt Lichtenaubeginnt erst im Jahre 1326 (Lechtenauwe). Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurde am 01.01.1975 die jetzige Stadt Lichtenau gegründet.

Lichtenau hat 2.598 Einwohner (Stand: 30. September 2009), davon 1.307 männlich und 1.281 weiblich.

Größe: 32,54 qkm - Höhe: 305 m über NN


Die mittelalterliche Burg Lichtenau

Gründung und Entwicklung der Stadt Lichtenau, die zum ersten Mal im Jahre 1326 n. Chr. schriftlich erwähnt wird, und damit auch der Bau der markanten Burg aus dem 14. Jahrhundert, hängen eng zusammen mit den grossen Fehden des ausgehenden Mittelalters und den daraus resultierenden Verwüstungen zahlreicher Orte. Viele Bürger aus den schutzlosen benachbarten kleinen Siedlungen siedelten sich in dem neu befestigten Lichtenau an, um unter der mächtigen Burg und ihren Herren Schutz zu suchen. Die Burg steht auf dem höchsten Punkt der Stadt und prägt zusammen mit der katholischen und der evangelischen Kirche auch heute das Stadtbild Lichtenaus.


Lichtenauer Pfarrkirche St. Kilian

Die Lichtenauer Pfarrkirche hat eine geradezu ideale Lage. Sie stellt eine Krönung des Stadtbildes da. Der Turm der Kilianskirche wurde von vornherein so gebaut, daß er mit dem die Kirche umgebenden Platz, der als Abschluß eine schützende Mauer erhielt, im Notfalle zugleich letzte Zufluchtsstätte sein konnte.

St. Kilian Mehr als 43 Meter erhebt sich der Turm über die Erde und wirkt deshalb noch wuchtiger, weil er auf einer sanften Erhöhung erbaut ist.

Zusammen mit Chor und Turm beträgt die Länge der Kirche 37,60 m bei einer Breite von 13,80 m. Der landschaftlichen Eigenart entsprechend hat man bei der Lichtenauer Pfarrkirche das System der Hallenkirche mit drei gleich hohen Schiffen angewandt.

An das Mittelschiff schließt sich im Osten in gleicher Breite und Höhe ein quadratischer Chorraum an, dessen Kreuzgewölbe auf Eckdiensten ruht. Die Nordwand des Chores weist eine Mauernische auf, die durch eine handgeschmiedete Eisentür verschlossen ist In ihr wurden vor dem Sakristeianbau kirchliche Gefäße und Reliquien aufbewahrt.

 

Asseln

Lichtenau-Asseln liegt unmittelbar zwischen dem Eggegebirge und dem Ostrand der Paderborner Hochfläche. An Asseln grenzen die Lichtenauer Stadtteile Hakenberg, Lichtenau, Grundsteinheim, Iggenhausen und Herbram. Die östliche Ortschaftsgrenze ist gleichzeitig Lichtenauer Stadtgrenze und die Kreisgrenze des Kreises Paderborn gegen den Kreis Höxter. Der Ort liegt 328 m über NN und hat eine Gesamtfläche von 10,88 qkm. Die Einwohnerzahl beträgt 473 (Stand: 30.06.2009) davon sind 241 männlich und 232 weiblich. Die erste urkundliche Überlieferung Asselns stammt aus dem Jahr 1015 und benennt die Ansiedlung "Aslan". Im Laufe der Geschichte gab es verschiedene Schreibweisen für den Ort.

Vor dem 1. Januar 1975 gehört damalige Gemeinde Asseln zum Amt Lichtenau (Westfalen) im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage werden die meisten Gemeinden des Amtes Atteln mit den Gemeinden des Amtes Lichtenau und somit auch Asseln zur neuen Stadt Lichtenau (Westfalen) zusammengelegt und kommen mit dieser zum Kreis Paderborn. Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes Lichtenau und der Gemeinde Asseln ist die Stadt Lichtenau.

In den Jahren 1168 - 1190 erwarb der Erzbischhof von Köln ein Allod in "Asele". Später waren die Ritter von Heerse hier begütert. Dietrich von Heerse verkaufte 1447 seinen Gutshof in Asseln an die drei Brüder von Oeynhausen. Ein lokales Adelsgeschlecht der Herren von Asseln ist im hohen Mittelalter mehrfach bezeugt. Die mittelalterliche Siedlung unterstand kirchlich zunächst der Pfarrei Kerkdorp, dann aber seit dem frühen 14. Jahrhundert der Pfarrei Lichtenau nachdem die Pfarrechte nach dort übertragen worden waren.

 

Hakenberg

Neben den Orten Lichtenau und Kleinenberg ist Hakenberg die dritte Neugründung des mittleren bzw. späten Mittelalters im Raum des Soratfeldes. 

Hakenberg hieß ursprünglich Havixburg. Diese Bezeichnung macht es wahrscheinlich, daß der an einem Steilhang liegende Ort als Burgsiedlung angelegt wurde. Die Beziehungen Hakenbergs zum sehr nahe gelegenen mittelalterlichen Kirchort Kerkdorp waren von besonderer Bedeutung. Bis ins 19. Jahrhundert nutzte man diese wüste Kirchenstelle als Friedhof. Kirchlich gehört Hakenberg heute zur Pfarrei Lichtenau. Die St. Antoniuskapelle des Ortes wird in einer Urkunde vom 9.11.1751 das erste Mal urkundlich erwähnt (Akte M 1 II A Nr. 1624 des Staatsarchivs Detmold) und ist damit zur Zeit (2002) lt. Unterlagen 251 Jahre alt.

Früher war das Ortsbild fast ausschließlich durch landwirtschaftliche Gebäude geprägt, beinahe jeder Haushalt betrieb auf seinen eigenen Grundstücksflächen Landwirtschaft. Heute geht die Entwicklung dahin, daß wenige Vollerwerbslandwirte die kleinen Flächen der anderen Ortsbewohner pachten und diese mitbewirtschaften. Bestand früher die Erwerbstätigkeit der Bevölkerung vorwiegend aus der Arbeit im Forst und in der Landwirtschaft, so hat sich dieses dahingehend geändert, daß heute zur Arbeit vowiegend in das nahe gelegene Paderborn gependelt werden muß.

Am östlichen Rand des altbäuerlichen Kerns ist eine Neubausiedlung entstanden, die keinerlei landwirtschaftliche Nutzung mehr vorsieht. Seit der kommunalen Neugliederung gehört Hakenberg mit seinen ca. 220 Einwohnern zu den kleineren Ortsteilen der Stadt Lichtenau.

Dennoch hat sich der Ort durch sein reges Vereinsleben und die Bodenständigkeit der Bevölkerung seine individuelle Eigenständigkeit bis in die heutige Zeit bewahrt.

 

Henglarn

Rund 20 Kilometer südlich von Paderborn liegt das Dorf Lichtenau-Henglarn, seit 1975 ein Ortsteil der Stadt Lichtenau. Wunderschön im Altenautal gelegen und umgeben von den Hochflächen des Soratfeldes, des Sintfeldes und der Paderborner Hochfläche. 

Henglarn hat insgesamt 987 Einwohner, davon 483 männlich und 504 weiblich.

Zum erstenmal urkundlich erwähnt wird Henglarn im Jahr 1015 in einer Schenkungsurkunde mit der Ortsbezeichnung "Hengilari".

Vor dem 1. Januar 1975 gehört die damalige Gemeinde Henglarn zum Amt Atteln im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage werden die meisten Gemeinden des Amtes Atteln und somit auch Henglarn mit den Gemeinden des Amtes Lichtenau zur neuen Stadt Lichtenau (Westfalen) zusammengelegt und kommen mit dieser zum Kreis Paderborn. Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes Atteln und der Gemeinde Henglarn ist die Stadt Lichtenau.

Weblinks aus Henglarn:

Pfeil_rechtsBürgerschützenverein Henglarn

Pfeil_rechtsFreiwillige Feuerwehr Henglarn

Pfeil_rechtsGrundschule Altenautal

Pfeil_rechtsKatholische Landjugend Bewegung (KLJB)

Pfeil_rechtsMotorrad Club Henglarn (MCH)

Pfeil_rechtsReservistenkameradschaft Henglarn

Pfeil_rechtsTuS “Grün-Weiß” Henglarn

Pfeil_rechtsVerkehrsverein Volkstanzkreis Henglarn

 

Grundsteinheim

Für einen kleinen Ort hat Lichtenau-Grundsteinheim viel Sehenswertes zu bieten. Aufgrund der Lage in einem Karstgebiet gibt es mehrere sehenswerte Naturphänomene. Durch die idyllische Lage im Sauertal mit Hügeln und Tälern wird Grundsteinheim von vielen naturverbunden Wanderen und Radfahrern geschätzt. Weite Teile des Sauertal stehen seit einigen Jahren unter Naturschutz.

Naturphänomene

* mehrere Erdfälle, der größte mit 17m Tiefe ist die Spielmannskuhle
* die Grundsteinheimer Höhle (ca. 350 m lang)
* Ponore (auch Schwalgloch) in denen die Sauer verschwindet und in Paderborn wieder als Paderquelle erscheit.
* die alte Dorflinde

Bauwerke

* die Kapelle St. Lucia
* die alte Bogenbrücke über die Sauer
* die alte Schule mir den Schultreppen
* der Grundsteinheimer Steinbuch

Seltene Tiere und Pflanzen

* Uhu
* Fischreiher
* Eisvogel
* Fledermäuse
* wilde Orchideen

 

Husen

Lichtenau-Husen ist ein südwestlicher Stadtteil von Lichtenau im Gebiet der Paderborner Hochfläche. Husen liegt am Oberlauf der Altenau und ist ein Teil der Region Bürener Land.

Durch eine Urkunde des Klosters Corvey wurde Husen im Jahre 1043 als Husin in Patherga (= Padergau) erstmals erwähnt. In der Urkunde wurden die Zehntrechte an die St. Magnus-Kirche in Niedermarsberg übertragen. 1182 wurde bereits eine eigene Kapelle errichtet. Klöster waren auch in der Folgezeit die bestimmende Größe für Husen. Im 13. Jahrhundert waren die Klöster Willebadessen und Bredelar Grundbesitzer gefolgt vom Kloster Dalheim. Nach einer längeren Periode im Spätmittelalter war das Dorf vorübergehend eine Wüstung. Die Herren von Calenberg revitalisierten Ende des 15. Jahrhunderts den Ort durch die Errichtung eines Rittergutes. Husen wurde zu einem der rund 60 Rittersitze im Fürstbistum Paderborn. 1701 erwarb das Domkapitel Paderborn den adeligen Grundbesitz. Mit dem Untergang des Fürstbistums Paderborn und dem Einmarsch preußischer Truppen 1802 fiel im Zuge der Säkularisation der bischöfliche Grundbesitz an das Königreich Preußen. 1902 erst erhielt der Ort eine eigene Pfarrkirche.

Vor dem 1. Januar 1975 gehörte die damalige Gemeinde Husen (Kreis Büren) zum Amt Atteln im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes wurden die meisten Gemeinden des Amtes Atteln und somit auch Husen mit den Gemeinden des Amtes Lichtenau zur neuen Stadt Lichtenau (Westfalen) zusammengelegt und kamen mit dieser zum Kreis Paderborn. Rechtsnachfolgerin des Amtes Atteln und der Gemeinde Husen ist die Stadt Lichtenau.

In Husen und Umgebung spielte der Tourismus in den 1960/70er Jahren eine große Rolle. Zu diesem Zeitpunkt entstand auch das „Europa Feriendorf".

Lichtenau-Husen hat 1.115 Einwohner (Stand: 30. September 2009), davon 560 männlich und 555 weiblich.
Größe: 15,13 qkm - Höhe: 213 m über NN

 

Holtheim

Lichtenau-Holtheim liegt geologisch gesehen auf der Grenze zwischen der Paderborner Hochfläche und dem Eggegebirge. Wie die anderen auf -heim endenden Orte des Soratgaues enstand Holtheim wohl in der fränkischen Ausbauphase um das Jahr 800. Urkundliche Belege hierüber fehlen aber bislang. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1015.

Holtheim hat zur Zeit etwa 250 Haushaltungen mit 906 Einwohnern, von denen etwa 90 % der katholischen Religion angehören. Kirchlich ist die Gemeinde als Pfarrvikarie mit eigener Vermögensverwaltung der Pfarrei St. Cyriakus in Kleinenberg zugeordnet.

Die Flächenausdehnung der ehemals selbständigen Gemeinde Holtheim betrug 16 Quadratkilometer bei einer durchschnittlichen Höhenlage von 336 Metern über N.N.

Neben einer Vielzahl meist kleinerer Gewerbebetriebe in Holtheim spielt die einst dominierende Land- und Forstwirtschaft wie fast überall keine so große wirtschaftliche Rolle mehr. Der Strukturwandel im ländlichen Raum hat sich auch hier bemerkbar gemacht. Bis auf zwei werden alle Höfe in Holtheim heute im Nebenerwerb geführt.

Trotzdem (oder zum Glück) hat sich Lichtenau-Holtheim sein ländliches Erscheinungsbild bis heute bewahren können. Großflächige Neubaugebiete oder Industrieansiedlungen wurden vermieden, die reizvolle Lage inmitten des Naturparks "Eggegebirge und südlicher Teutoburger Wald" macht Holtheim und seine Umgebung für Erholungssuchende und Urlauber attraktiv. Als Kehrseite der Medaille macht sich die fehlende Gewerbeinfrastruktur bemerkbar. Die meisten Arbeitnehmer müssen in die benachbarten Städte auspendeln, durch die Landschafts- und Naturschutzgebiete in Ortsnähe entsteht manche Einschränkung für die Landwirtschaft bzw. die Entwicklung der Gemeinde.

Die Bevölkerung in Holtheim ist sehr aktiv und engagiert sich in 9 Vereinen für das Gemeinwohl. Eine Tendenz zum "Schlafdorf" ist somit nicht festzustellen.

 

Dalheim

Lichtenau-Dalheim liegt im Tal des Piepenbaches, am nordöstlichen Rand des Sintfeldes. Die erste gesicherte Überlieferung des Ortes beginnt im Jahr 1244. Die Geschichte des Ortes ist von Anfang an eng mit dem Kloster Dalheim verbunden.

Dalheim hat 191 Einwohner (Stand: 30. September 2009), davon 
96 männlich und 95 weiblich.

Größe: 13,17 qkm - Höhe 274 m über NN. 


Kloster Dahlheim

Das Kloster Dalheim ist ein ehemaliges Kloster der Augustiner-Chorherren. Es wurde 1803 säkularisiert. Heute beheimatet es die "Stiftung Kloster Dalheim LWL-Landesmuseum für Klosterkultur" und ist mit seinen Gärten in das European Garden Heritage Network eingebunden.

Das Kloster und die kleine benachbarte Siedlung Dalheim liegen südwestlich von Lichtenau in einem Seitental der Altenau am Westhang des Eggegebirges. Das Kloster liegt im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge. Seine Umgebung ist bis heute sehr naturnah und besteht im Westen aus Feldern, im Osten aus Wald.

Geschichte

1429 schenkte Gottschalk von Padberg vom Neuen Haus 50 km² seiner Besitzungen um Dalheim dem Kloster Böddeken (bei Wewelsburg im heutigen Kreis Paderborn). Den Mönchen aus dem vom heiligen Meinolf gegründeten Kloster brachte das viel Arbeit ein, waren doch die Siedlungen nach Fehden und Missernten verlassen und die Felder auf der Paderborner Hochfläche vertrocknet. Sie setzten die Dalheimer Pfarrkirche sowie das benachbarte frühere Nonnenkloster des Augustinerinnen-Konvents instand.

1452 wurde die Mönchsgemeinschaft in Dalheim zum selbstständigen Augustiner-Chorherrenkloster. Es wurde beschlossen, eine vollständig neue Klosteranlage aufzubauen, was in den folgenden drei Jahrzehnten auch geschah. Um 1500 lebten im Kloster Dalheim 24 Mönche und 100 Laienbrüder. Von da ab bis zur Säkularisation galt Dalheim als das geistliche, aber auch wirtschaftliche Zentrum des südlichen Paderborner Landes.

Die Reformation blieb für das Kloster in der weiterhin katholisch geprägten Region ohne Folgen. Anders dagegen der Dreißigjährige Krieg 1618 bis 1648: Marodierende und plündernde Soldaten richteten große Schäden im Kloster und seiner Umgebung an und stürzten den Konvent kurzzeitig in eine schwere wirtschaftliche Krise.

Ab 1700 folgte eine neue Blütezeit, die in einer regen Bautätigkeit Ausdruck fand. Unter Prior Barthold Schonlau wurde das Kloster zwischen 1711 und 1737 um zwei Flügel erweitert, der Wirtschaftshof erneuert und eine großzügige Gartenanlage angelegt. Die damals errichtete Klosteranlage ist weitestgehend bis heute erhalten.

Um 1800 gehörten zum Kloster Dalheim fast 21.000 Morgen Land, die Dörfer Oesdorf und Meerhof (heute zur Stadt Marsberg im Hochsauerlandkreis gehörend) samt Einwohner sowie anstelle der Laienbrüder ca. 200 angestellte Landarbeiter, die 1.250 Morgen Land bestellten.

Mit der Säkularisation wurde das Kloster aufgehoben und die Anlage zur landwirtschaftlichen Domäne, d.h. einem staatlichen Gutshof, der dem preußischen König unterstellt war. Einige Wirtschaftsgebäude wurden abgerissen oder zu Stallungen umgebaut, andere dafür neu errichtet. 1838 brannte der spätmittelalterlich-barocke Kern der Anlage aus. Er wurde in vereinfachter Form neu errichtet.

Heutige Nutzung

Seit den 1960er Jahren wurde das Kloster kontinuierlich restauriert. 1979 erwarb der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Anlage, die sich zuvor in privatem Besitz befunden hatte. Seitdem wurde der Komplex zu einem Museum und Kulturzentrum umgestaltet.

Zum Jahreswechsel 2006/07 änderte sich der offizielle Name des Museums von "Westfälisches Museum für Klosterkultur - Landesmuseum" in "Stiftung Kloster Dalheim - LWL-Landesmuseum für Klosterkultur". Nach intensiven Bauarbeiten entstanden im Westflügel und im barocken Gästetrakt der Anlage neue Ausstellungsräume, die Gastronomie und eine eigene Klosterbrauerei. 2006 wurde der barocke Konventgarten des ehemaligen Augustiner Chorherrenstifts nach historischem Vorbild rekonstruiert. Am 10 Mai 2009 wurde die Außenskulptur Volk Ding Zero von Georg Baselitz im Beisein des Künstlers der Öffentlichkeit übergeben.

Im Klosterkeller, in dem bis 1830 die Augustiner-Chorherren Bier brauten, betreibt die Gräflich zu Stolberg´sche Brauerei Westheim eine Klosterbrauerei. Der ehemalige Gästetrakt wird heute als Klosterwirtshaus genutzt.

Der ehemalige Schankgastraum für die Bediensteten ist heute Dalheims Försterei.

 


Gebäude der Klosteranlage Dalheim

  • Klosterkirche: 56 Meter langer Saalbau mit im Langhaus eingezogenen Strebepfeilern, 1805 durch eine Zwischendecke zu einem Pferdestall umgebaut, in den 1960er Jahren zurückgebaut
  • Alte Kirche: ehemalige Pfarrkirche des Ortes Dalheims, 1429 von den Mönchen übernommen, verfiel mit dem Neubau des Klosters, 1724 abgerissen
  • Klausur: drei Kreuzgänge, Kapitelsaal mit Windkanälen für eine Heizung, Sakristei, Refektorien (Speisesäle), Einzelräume für die Mönche, Krankenhaus (abgebrochen nach 1803)
  • Konventsgarten: 1737 angelegt, Zier- und Landschaftsgarten, im 19. Jahrhundert Obstbaumhof
  • Prälatur: Wohnhaus des Klostervorstehers von 1711
  • Produktionsstätten: im selben Komplex wie die Prälatur, Gästehaus mit Bäckerei, Brauerei, Kartoffelwaschhaus und Klosterküche, ab 1816 Räucherei, ab 1838 Branntweinbrennerei
  • Pforthaus: als Stallung und Remise genutzt, 1868 abgerissen
  • Ackerbergscheune: 1713/14 aus Bruchstein gebaut, 1983/84 restauriert
  • Zehntscheune: Lagerstätte für die Naturalabgaben an das Kloster, auch als Dreschtenne genutzt, 1737 errichtet, 1989/90 restauriert
  • Meiereischeune: errichtet um 1720 als Viehstall
  • Sassenhaus: Molkenstube zur Weiterarbeitung von Milch und Wohnstube des Verwalters und des Schäfermeisters
  • Alter Schafstall: 1737 als größte Scheune der Anlage erbaut (die Schafzucht war eine Haupterwerbsquelle Dalheims), abgebrannt und wieder aufgebaut 1942
  • Neuer Schafstall: ursprünglich Standort der Bleiche, nach Ausweitung der Schafzucht nach der Säkularisierung Neubau 1829, Renovierung 1981/82
  • Geflügelhaus: Stallungen für Enten und Puten
  • Großes und kleines Schweinehaus: das große Haus war beheizbar, im kleinen wurde zeitweise eine Rossmühle betrieben, in deren Inneren Zugpferde liefen
  • Wassermühle: im 17./18. Jahrhundert erbaut, 1861 umgebaut und zum Antrieb einer Drechselbank und Bandsäge in der Schreinerei nutzbar
  • Schmiede: erbaut im 17. Jahrhundert, ältestes Gebäude des Wirtschaftshofs
  • Kartoffelkeller: 1842 erbaut, wurde für die Branntweinbrennerei benötigt
  • Gemüsegarten
  • Sekretariat: Schankgastraum für die Klosterbediensteten
  • Großes Gartenhaus: Orangerie, mit offenem Kamin beheizbar, Wohnung des Gärtners, Brieftaubenschlag im Obergeschoss, ab 1857 als Grundschule für Dalheim und Blankenrode genutzt, seit 1986 Gaststätte
  • Kleines Gartenhaus: vor 1737 im Prälatengarten errichtet, diente evtl. auch zu astronomischen Beobachtungen, seit 1846 Standort der Schlaguhr der Domäne
  • Aposteltor: 1737 errichtet
  • Eichhof: "Eichenplantage" für Brennholz sowie Eicheln für die Schweinemast
 

Atteln

Lichtenau-Atteln liegt im Tal der Altenau. Schon vor 5000 Jahren lebten hier germanische Stämme, dessen Spuren man heute noch besichtigen kann. Sieben Steinkistengräber, davon zwei in Atteln, sind im Altenautal entdeckt und untersucht worden. Das größteSteinkistengrab ist seit 1978 freigelegt.

Atteln ist die älteste Landpfarrei in der früheren Diözese Paderborn. Bereits 897 wird ein Pfarrer Meinhard ausAtteln erwähnt. Der Legende nach wurde ihm dreimal im Traum aufgetragen, dem Bischof zu sagen, er möge die Gebeine des hl. Meinolfus "erheben".
Weil der Pfarrer untätig blieb, sei er blind geworden. Daraufhin sei er doch zum Bischof gegangen und habe nach der Erhebung (Heiligsprechung) sein Augenlicht zurückerhalten.

Der Name des Ortes steht offenbar in Beziehung zu der Familie (von) Atteln. Als im Jahre 804 die Sachsen im Reich Karl des Großen verteilt wurden, kamen Angehörige des Ministerialgeschlechts „von Atteln" ins Altenautal. Vermutlich haben sie dem neuen Heimatort ihren Namen gegeben. Im 13. Jahrhundert wird ein Anselm von Atteln inAtteln schließlich auch urkundlich erwähnt.

Die mittelalterlich Bedeutung wird durch die Tatsache, dass hier ein Freistuhl (Gerichtsstätte) bestand deutlich. Noch heute erinnert der Straßenname "Unterm Tigge" an dieses "Tiggericht".

Ab dem 15. Jahrhundert war das Paderborner Domkapitel die vorherrschende Grundherrschaft in AttelnAtteln gehörte zur preußischen Provinz Westfalen
und war Amtssitz bis zur kommunalen Gebietsreform 1975.
Zum Amt Atteln im Kreis Büren zählten die Ortschaften:
Atteln - Blankenrode - Dalheim - Elisenhof - Etteln - Haaren - Helmern - Henglarn - Husen

Das Wappen von Atteln zeigt einen durch das Paderborner Kreuz geteilten Schild.
Die Zeichen belegen die Abhängigkeiten des Dorfes im Mittelalter:

  • Das Paderborner Hochstiftskreuz
  • Die fünfblättrige Rose der Ritter von Brenken
  • Die Streitkolben der Ritter von Kalenberg
  • Das Rautengitter einer Adelsfamilie in Henglarn
  • Die Raute der Herren von Etteln


Gemeldet sind zur Zeit für das ca.15 qkm große Atteln
1.519 Einwohner (Stand: 30. Juni 2009) 770 männlich, 749 weiblich.

 


Der Attelner Spieker

Der Attelner Spieker, 1588 erbaut, ist ein restauriertes Fachwerkhaus aus der Weserrenaissance und gehört zu den bekanntesten Baudenkmälern im Paderborner Land.

Allein die Architektur vom Attelner Spieker und die Tatsache, dass es sich dabei um einen nun mehr als 400 Jahre alten Profanbau handelt, macht ihn für den Kulturhistoriker interessant. Reiche Fächerrosetten auf den Brüstungsplatten schmücken dieses Kleinod. Zu einem bäuerlichen Anwesen gehörte derAttelner Spieker mit Sicherheit nicht, mag auch seine Inschrift diese Deutungsmöglichkeit nahe legen. Ebenso wenig kommt der Spieker als Haus des Handwerks in Betracht.

Der Spieker nahm damals eher die Funktion eines Vogthauses oder Amtshauses ein, Ausdruck für den Sitz des obrigkeitlichen Stadthalters, dem 45 qm Wohnfläche und 45 qm Speicher zur Verfügung standen. Neben der Restaurierung des Spiekers zum attraktivsten Gebäude im Altenautal hat sich der Kreis in den vergangenen Jahren auch des gegenüberliegenden Gefängnisses angenommen.


Das Altenautal

Das Altenautal zählt zu den landschaftlich reizvollsten Tälern der Region und ist seit Jahrtausenden besiedelt. Davon zeugen viele Steinkammergräber mit einem Alter von bis zu 5.000 Jahren.

Das Tal bildet die Grenze zwischen den naturräumlichen Gebieten der Paderborner Hochfläche und dem nordöstlich gelegenen Eggegebirge.

Die Altenau entspringt in Blankenrode und mündet nach 28 km in Nordborchen in die Alme. In extremen Trockenzeiten fällt die Altenau vollständig trocken, bei intensiven Niederschlägen führt sie Hochwasser mit Überschwemmungen. Daher wurde 1985 bei Lichtenau-Husen ein Hochwasserrückhaltebecken gebaut, das heute zum beliebten Naherholungsziel geworden ist.

Beliebt ist das Altenautal besonders bei Radfahrern. Gastfreundliche Restaurants und Cafés sowie viele Freizeiteinrichtungen erwarten die Radfahrer direkt am Wegesrand.

 

Kleinenberg

Lichtenau-Kleinenberg liegt im Südosten der Stadt Lichtenau und des Kreises Paderborn. Die urkundliche Überlieferung beginnt im Jahre 1220 (Clenenberga). Bereits 1249 wird der Ort als Stadt bezeichnet.

Kleinberg ist überregional als Marienwallfahrtsort bekannt. Am 24.03.1997 erhielt Kleinenberg den Titel "Kultur-Musterdorf Ostwestfalen-Lippe". Kleinenberg hat 1.363 Einwohner (Stand: 30. September 2009), hiervon 695 männlich, 668 weiblich.

Größe: 23,85 qkm - Höhe: 335 m über NN

WeblinkPfeil_rechts www.kleinenberg.de


Vereine aus Kleinenberg


Geschichtliches aus Kleinenberg

Erstmalig wurde "Clenenberga" um 1220 erwähnt. Es gehörte zunächst zur weltlichen Herrschaft des deutschen Bistums Paderborn, ursprünglich im Herzogtum Sachsen. Ab dem 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Fürstbistum Paderborn (Hochstift) im Heiligen Römischen Reich, darin ab dem 16. Jahrhundert zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis. 1802/03 wurde das Hochstift vom Königreich Preußen besetzt. In napoleonischer Zeit war der Ort Teil des Königreiches Westphalen. Seit 1815 gehörte Kleinenberg endgültig zum Königreich Preußen, ab 1871 war es Teil des Deutschen Reiches. 1945-1949 warKleinenberg Teil der britischen Besatzungszone, ab 1946 staatlich regiert vom Land Nordrhein-Westfalen bzw. ab 1949 auch durch die Bundesrepublik Deutschland.

Vor dem 1. Januar 1975 gehörte die damalige Gemeinde Kleinenberg zum Amt Lichtenau (Westfalen) im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage wurden die meisten Gemeinden des Amtes Atteln mit den Gemeinden des Amtes Lichtenau und somit auch Kleinenberg zur neuen Stadt Lichtenau (Westfalen) zusammengelegt und kamen mit dieser zum Kreis Paderborn. Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes Lichtenau und der Gemeinde Kleinenberg ist die Stadt Lichtenau.


Marienkapelle Lourdes-Grotte Kleinenberg

Kleinenberg ist bekannt als Wallfahrtsort. Nach dem Volksmund ist die Erscheinung eines Muttergottesbildes Anlaß zur Entstehung des Wallfahrtsortes gewesen. An der Stelle der Erscheinung dieses Bildes hat man eine hölzerne Kapelle gebaut. Anstelle der alten Kapelle Marienkapelle, Lourdes-Grotte Kleinenberg ist im Jahre 1742 ein schöner Barockbau entstanden. Im Hochaltar befindet sich das Gnadenbild (um 1400). Es hat den Namen "Auxiliatrix de Monte Modico", (Helferin vom kleinen Berg). Das Bild ist aus Eichenholz geschnitzt und ca. 45 cm hoch. Der Hersteller ist unbekannt, die Verehrung dieses Gnadenbildes reicht bis weit über den Paderborner Raum.

Bemerkenswert ist der Reichtum an Inschriften, die teilweise auf die Kriegswirren Bezug nehmen. Das Nordportal mit Immaculata (bezeugt 1742, vollendet 1757) ziert u.a. ein lateinischer Satz, dessen deutsche Übersetzung lautet:

"Dieses Portal ist aufgerichtet in den Jahren, da der Adler mit dem Hahn im Bunde - eine seltene Erscheinung - die Kriegstrompete blies durch Deutschlands Gaue."

 

Blankenrode

Lichtenau-Blankenrode liegt in der südlichen Egge am Quellenbereich der Altenau im Altenautal.

Urkundlich erwähnt wird 836 n. Chr. der Ort Snevede, "an den Quellen der Altenau gelegen". Um 1250 n. Chr. gründete der Fürstbischof von Paderborn die Burgstadt Blankenrode auf einem Bergkopf der Egge als Grenzfestung gegen den Grafen von Waldeck. In der "Bengeler Fehde" wurde die Stadt um 1390 zerstört.

Von Blankenrode

Das kleine Walddorf Blankenrode zählt zum Altkreis Büren. Es liegt im Kreis Paderborn und grenzt an den Kreis Höxter und den Hochsauerlandkreis.

Blankenrode hat 160 Einwohner (Stand: 30. September 2009)
83 männlich, 77 weiblich

Größe: 10,29 qkm - Höhe: 369 m über NN

Blankenrode ist ein Ort der Natur, Kultur, Erholung und des Erlebnises. Zahlreiche Wanderwege durch die Wälder führen zu Sehenswürdigkeiten, oder bringen einfach nur Abwechslung und Entspannung.

In der Bleikuhle wurde ab dem 13. Jahrhundert bis 1936 Bleiglanz und später Zinkerze abgebaut. Heute sind die "Bleikuhle" und die Abraumhalden Naturschutzgebiet. Hier wachsen seltene Pflanzenarten. Darunter das Galmeiveilchen, das in dieser Form einzigartig in Europa ist.

Im Blankenrode entspringt die Altenau. Der Quellteich der Altenau liegt in der Dorfmitte. Die Altenau entspringt in einer Höhe von 364 müNN und mündet nach 28,7 km im Ortsteil Nordborchen der Gemeinde Borchen auf einer Höhe von 127 müNN in die Alme (Nebenfluss der Lippe). Das mittlere Gefälle beträgt 0,83 Prozent.


Bleikuhlen Blankenrode

Südlich von Blankenrode im Kreis Paderborn liegt das Naturschutzgebiet Bleikuhlen. Lesesteine mit Bleiglanz und Galmeierzen zeugen dort von einem historischen Bergbau auf Blei und Zink, der über mehrere Jahrhunderte umgegangen ist. Die Vererzung ist an eine Nord - Süd verlaufende Gebirgsstörung, den Westheimer Abbruch, gebunden. Die Störung gehört zum Randbruchsystem des Rheinischen Schiefergebirges gegen die Hessische Senke im Osten und verwirft Karbonatgesteine der Oberkreide (Cenoman) gegen Sandsteine des Unteren Buntsandsteins. Die Störungsbahn diente als Aufstiegsweg für mineralhaltige Lösungen, die sich im engeren Störungsbereich auf den Karbonatgesteinen vorwiegend als Bleiglanz absetzten. Die Karbonatgesteine wurden zudem auf einigen Zehnermetern Breite mit Zinkmineralien imprägniert und zu Galmeierz umgewandelt.

Der Bergbau auf dieser Lagerstätte reicht vermutlich bis in das 12. Jahrhundert zurück und steht wohl in engem Zusammenhang mit der Gründung der nahe gelegenen, heute nur noch als Wüstung erkennbaren Burg Blankenrode. Zunächst richtete sich der Bergbau ausschließlich auf die Bleierze, die im Tagebaubetrieb bis etwa 1745 gewonnen wurden. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Bergbautätigkeit zusätzlich mittels Schächten und Stollen wieder aufgenommen, wobei jetzt die mit Zinkgehalten von bis zu 35 % recht reichen Galmeierze in den Mittelpunkt des Interesses rückten. Absatzschwierigkeiten führten aber bereits 1884 wieder zur Stilllegung des Bergbaus. Den Versuchen, während des Ersten Weltkriegs und in den 20er-Jahren den Bergbau wieder aufzunehmen, war kein Erfolg beschieden.

Vom alten Bergbau zeugt heute noch der ehemalige Tagebau, dessen Wandungen - wenngleich teilweise verstürzt - grob die geologische Situation erkennen lassen. Nach Nordnordwesten zu sind entlang dem Westheimer Abbruch auf etwa 1 500 m Erstreckung noch Aufschürfungen und alte Pingenzüge zu erkennen. In südlicher Richtung sieht man mehrere ausgedehnte Halden.

Die Bleikuhlen haben inzwischen auch in Botanikerkreisen internationale Beachtung gefunden. Auf den schwermetallhaltigen Böden findet sich mit seinen blauen bis rötlich violetten Blüten das Galmeiveilchen, das als endemische Art in Europa nur an dieser Stelle von Mai bis Oktober wächst und blüht.


Stadtwüstung Blankenrode

Die Stadtwüstung Blankenrode liegt in der Nähe des heutigen Ortes Blankenrode. Auf der heutigen Wüstung lag früher eine Stadtbefestigung, die im 14. Jahrhundert aufgegeben werden musste.
Von Blankenrode

Geschichte

Mitte des 13. Jahrhunderts beschlossen der Fürstbischof Simon I. von Paderborn (Bischof von 1247-1277) und der Abt des Klosters Corvey ihre Territorien besser vom Machtbereich der expandierenden Grafen von Waldeck zu trennen und abzusichern. Sie errichteten deshalb auf einem Sporn der südlichen Egge eine Grenzfestung. Die Festungsstadt ist 1267 in einer Fehde zwischen Paderborn / Corvey und Waldeck / Osnabrück zum ersten Mal zerstört worden, wurde aber erneut aufgebaut; sicher bezeugt ist die Existenz von Burg und Stadt durch eine Urkunde von 1298. Eine Kirche ist für 1302 bezeugt.

Etwas sehr Besonderes ist, dass die Burgstadt durch einen doppelten Mittelwall, der die Stadt vom Königsweg, einer wichtigen Straßenverbindung trennte, in zwei Teile geteilt wurde. Im Ostteil der Stadt wohnten die Burgmannen und Ritter, im Westteil, der sehr wahrscheinlich erst nach 1267 hinzugekommen ist, lebten die Ackerbürger und Handwerker. Im Burgbezirk - dem castrum oder der borgh - lag auf einem Hügel die im Durchmesser 25 Meter große Rundburg, die von einem Burgvogt bewohnt wurde. Vögte waren "vor allem die Brobeke, Rabe von Pappenheim die von Spiegel." (H. Stoob)

Um 1307 wies der Ort nach einer Hardehauser Urkunde eine städtische Selbstverwaltung auf, urkundlich erwähnt werden Blankenroder Stadträte, das Stadtsiegel und ein Stadtrichter erstmals im Jahr 1321. Blankenrode hatte Rathaus, Richter, Bürgermeister, Kirche und auf der Ostseite einen Friedhof. Die Siedlung hatte sich zu einem blühenden Gemeinwesen entwickelt. Chronisten sprechen von 4 000 Einwohnern, was aber zu hoch gegriffen sein dürfte. Nach neueren Forschungen ist die bebaute Flache aber groß genug gewesen, daß der Ort damals über 1000 Einwohner gezählt hat.

Als Grenzfestung wurde Blankenrode immer wieder heftig umkämpft, teils zerstört, aber auch wieder aufgebaut und verstärkt. Im 14. Jahrhundert verlor der Ort für den Fürstbischof in Paderborn an Interesse und wurde mehrfach verpfändet. Die Pappenheim und die Brobeke teilten sich in den Pfandbesitz von Burg und Stadt.

Untergang der Stadt

Im Jahr 1390 nutzte der Waldecker Graf Heinrich Vl. die Abwesenheit der Burgbesatzung während einer Fehde zwischen dem Paderborner Bischof Ruprecht von Berg und den Bengelern, brach in die Stadt ein und zerstörte sie völlig. Danach wurde die Stadt nicht wieder aufgebaut.

Die von Brobeke haben ihr letztes Eigentum bei der Stadtwüstung Blankenrode 1449 an die Stadt Warburg verkauft, die Ansprüche der Rabe von Pappenheim gingen 1451 an Hardehausen über. Die Stätte blieb allerdings leer und heute wachsen Bäume auf dem ehemaligen Siedlungsraum.

 

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